Kerzen, Feuerwerkskörper, Heißgetränke, Kekse backen und heiße Bäder sorgen für Winterstimmung, führen aber auch immer wieder zu schmerzhaften und behandlungsintensiven Verbrennungen und Verbrühungen.

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Brandgefährlich: Rund 50% aller kindlichen Brandverletzungen passieren im Winter

 

Kerzen, Feuerwerkskörper, Heißgetränke, Kekse backen und heiße Bäder sorgen für Winterstimmung, führen aber auch immer wieder zu schmerzhaften und behandlungsintensiven Verbrennungen und Verbrühungen. Anlässlich des „Tag des Brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember macht der Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE auf die speziellen Gefahren in der Winterzeit aufmerksam und gibt die wichtigsten Sicherheitstipps.

„Rund die Hälfte aller Brandverletzungen bei Kindern passiert in den Wintermonaten Dezember, Jänner und Februar. Vermehrt am späten Nachmittag und frühen Abend, wenn Adventkranz und Christbaum entzündet werden, Tee gemacht wird, Kekse gebacken werden und vor dem Schlafengehen noch ein Bad genommen wird. Kinder haben einen großen Entdeckerdrang. Feuer übt auf sie eine besonders große Anziehungskraft aus“, warnt Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Besonders häufig betroffen sind Kleinkinder unter 5 Jahren. Kleine Kinder ziehen sich Brandverletzungen typischerweise beim Erforschen ihrer Umwelt zu, größere beim Hantieren mit offenem Feuer oder mit Feuerwerkskörpern und beim Helfen in der Küche.

Bereits der Inhalt einer halben Tasse kann ausreichen, um ein Kleinkind lebensgefährlich zu verbrühen. Da Kinderhaut wesentlich dünner ist als Erwachsenenhaut, sind die Folgen von Brandverletzungen meist schwerwiegend. Verbrennungen und Verbrühungen zählen zu den schmerzhaftesten und behandlungsintensivsten Unfällen. Im Gegensatz zu anderen Unfällen, wo die Rate an stationären Aufnahmen mit 6% relativ gering ist, müssen bis zu 50% der brandverletzten Kinder stationär behandelt werden. Oft bleiben Narben, besonders an Oberkörper, Händen und Gesicht. „Da die meisten kindlichen Verbrennungen und Verbrühungen im Beisein oder im unmittelbaren Umfeld von Erwachsenen passieren (z.B. in der Küche), müssen sich vor allem die Eltern der potentiellen Gefahrenquellen bewusst sein und diese entschärfen. Die Vermeidung jedes einzelnen Unfalls muss unser vorrangiges Ziel sein“, appelliert Doz. Dr. Klaus Pfurtscheller, Leiter der Brandverletzteneinheit an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz an die Eltern.

Grosse schützen Kleine Sicherheitstipps

  • Offenes Feuer:
    • Kinder nie mit brennenden Kerzen alleine lassen. Feuerzeuge und Streichhölzer nicht frei herumliegen lassen. Schulkindern zeigen, wie man Kerzen – im Beisein von Erwachsenen – richtig anzündet und löscht.
    • In der Adventkranz- und Christbaumzeit immer einen Eimer mit Löschwasser oder einen Feuerlöscher bereithalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Kerzen gegen hochwertige elektrische Lichterketten austauschen.
    • LED-Lampen für Laternen verwenden.
    • Kleine Kinder nie in die Nähe von Feuerwerkskörpern lassen. Älteren Kindern zeigen, wie man Feuerwerkskörper sicher abschießt.
  • Küche:
    • Nie ein Kind und heiße Flüssigkeiten/Speisen gleichzeitig tragen.
    • Tassen/Kannen mit heißen Getränken weit weg von Kindern und vom Rand des Tisches stellen. Auf Tischläufer und Tischdecken verzichten, solange das Kind klein ist.
    • Herdschutzgitter montieren. Wasserkocher und Kochtöpfe immer möglichst weit zurückstellen. Pfannengriffe nach hinten drehen.
    • Nicht benötigtes heißes Wasser sofort wegschütten. Beim Wasserkocher insbesondere darauf achten, dass Kinder ihn nicht am Kabel herunterziehen können.
  • Heiße Gegenstände (Föhn, Lockenstab, Heißklebepistole etc.) nicht in Reichweite von Kindern verwenden oder zum Auskühlen ablegen.
  • Heiße Oberflächen von Kaminen oder Kaminöfen sichern.
  • Rauchmelder montieren. (8 von 10 Brandtoten sterben an einer Rauchgasvergiftung – Brandgase verbreiten sich schneller und lautloser als das Feuer selbst!)
  • Badewassertemperatur mit Unterarm oder Thermometer überprüfen. Sicherheitsthermostate verwenden. Kinder nicht unbeaufsichtigt in der Badewanne lassen.

 

Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen

  • Hitzequelle unterbrechen und kurz mit handkaltem Wasser (15 – 20°C) kühlen. Keine Anwendung von Eis oder Eiswasser. Coolpacks nur mit entsprechender Isolierung (eingewickelt) verwenden.
  • Feuchte Kleidung entfernen um Unterkühlung zu vermeiden, haftende Kleiderreste belassen.
  • Kleine WundenB. an der Hand oder am Fuß können mit handkaltem Wasser aus der Leitung oder feuchten Kompressen bis zur Schmerzfreiheit gekühlt werden.
  • Große Wunden oder Wunden am Oberkörper oder im Gesicht nur kurz kühlen um Unterkühlung zu vermeiden und unmittelbar Rettung bzw. Notarzt rufen. Blasen nicht entfernen oder eröffnen und keine „Hausmittel“ wie z.B. Zahnpasta oder Topfen verwenden.
  • Im Zweifelsfall immer Krankenhaus/Arzt zur Beurteilung des Schweregrades (Ausdehnung und Tiefe der Verbrennung/Verbrühung) aufsuchen.

Weitere Informationen zur Kindersicherheit finden Sie unter www.grosse-schuetzen-kleine.at und auf www.facebook.com/grosseschuetzenkleine.

Grosse schützen Kleine, das Österreichische Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter, ist eine Non-Profit Organisation die eng mit den österreichischen kinderchirurgischen Kliniken und Kinderkliniken zusammenarbeitet. Die Arbeit von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE umfasst neben der Erhebung von typischen Unfallsituationen von Kindern und Jugendlichen vor allem Maßnahmen zur Verbesserung des Gefahrenbewusstseins durch Vorträge, Publikationen und Medienarbeit sowie die Entwicklung und Umsetzung von praktischen Projekten der Kinderunfallverhütung mit vielen Partnern.

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