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Zwei Stars internationalen Formats begeisterten in Voitsberg

Arno und Andre Stern folgten kürzlich einer Einladung der Künstlerin Renate Brandstätter in die Stadtsäle Voitsberg zu einem sensationellen Gastauftritt. Sie sorgten vor vielen Besuchern in ihren Auftritten für Furore, denn es ist einer von wenigen Veranstaltungen, welche beide gemeinsam in Österreich hatten.

Die Begrüßung erfolgte durch Renate und Andreas Brandstätter, bei der sie sich beim Stadtmarketing Voitsberg mit Mag. Evelyne Oswald, der Stadtgemeinde Voitsberg mit Bgm. Ernst Meixner, der Buchhandlung Lesezeichen, Mal-Ort Lipizzanerheimat und dem Eltern-Kind-Zentrum für deren Unterstützung bedankten.

 

Ein Kurzportrait der Künstler:

Arno Stern arbeitete in einem Heim für Kriegswaisen in einem Pariser Vorort. Sein Auftrag war es, die Kinder zu beschäftigen. Er ließ sie malen und so entstand der „Malort“. In den 1950er Jahren baute er seine Arbeit aus und richtete ein Atelier in einem Pariser Viertel für Kinder ein. 33 Jahre lang war dieses Atelier unter dem Namen „Académie du Jeudi“ in Betrieb, bis Arno Stern in ein anderes Quartier umsiedelte. Dem neuen Ort gab er den Namen Closlieu (deutsch: Malort). Sterns Wunsch war es nicht, ein medienwirksames Atelier zu haben, sondern sein Traum war es, einen Ort zu schaffen, an dem die Kinder ihr Innerstes ausleben können, und dies abgesondert von der Öffentlichkeit.

Auch die UNESCO wurde auf Stern aufmerksam und delegierte ihn als Experten zum ersten internationalen Kongress über Kunsterziehung nach Bristol. Stern hatte den Wunsch und die Vorstellung von einer „Donnerstagsakademie“ – einer Kinderakademie. So kam es, dass Stern 1949 ein Malatelier für Kinder im Pariser Stadtviertel Saint Germain-des-Prés eröffnete. Die Académie du Jeudi wurde alsbald ein großes Medienprojekt. In dieser Zeit begann für Stern der wichtigste Entwicklungsprozess. Bis dahin beschrieb Stern das Malen der Kinder als „Kinderkunst“. Im Laufe der Zeit distanzierte sich Stern immer mehr von diesem Begriff und entwickelte den Begriff der Formulation. Das Malen unter Sterns Aufsicht verfolgt keinen therapeutischen Zweck und ist deshalb keine Kunsttherapie, sondern der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Betätigung. Die Académie du Jeudi blieb 33 Jahre am gleichen Ort. 1987 gründete Stern das Institut de Recherche en Sémiologie de l'Expression. Im Januar 2012 gab Stern das Buch „Erinnerungen an Europa 1933-1949“ heraus, welches die Prosatexte und Lyrik seines verstorbenen Freundes Herbert Kalmann beinhaltete.

 

André Stern ist Musiker, Komponist, Gitarrenbaumeister, Journalist und Autor, unter anderem des Bestsellers "... und ich war nie in der Schule" sowie, gemeinsam mit seinem Vater Arno Stern, des Buches "Mein Vater, mein Freund". Als Freibildungsexperte ist er ein gefragter Referent, der sich international (Europa, USA, Kanada, Afrika, Indien) an der Seite von zukunftsorientierten Akteuren der Bildungslandschaft stark engagiert. Daneben arbeitet er eng mit seinem Vater zusammen und ist mit Prof. Dr. Gerald Hüther Gründer Leiter der Initiative "Männer für morgen". Ferner leitet André Stern das "Institut Arno Stern, Labor zur Beobachtung und Erhaltung der spontanen Veranlagungen des Kindes" und initiierte die Bewegung "Ökologie der Kindheit". Er ist einer der Protagonisten in "Alphabet", dem Film von Erwin Wagenhofer, und Co-Autor des gleichnamigen Buches.

 

Die weststeirische Künstlerin Renate Brandstätter absolvierte 2014 in Wien die Ausbildung zur dienenden Rolle und Kreativtrainerin im „Malort“ von Arno Stern und konnte so das Sensationsgastspiel in Voitsberg einfädeln. Der Malort ist ein geschützter Raum, ohne Einflüsse von außen, ohne Bewertung und dient jedem Menschen ob klein oder groß, zu seiner freien Entfaltung auf natürliche Weise. Auf den Wänden sind die farbigen Spuren derjenigen zu finden, die sich dem Erlebnis des grenzenlosen Sehnens in die Reise zum Unterbewusstsein schon gestellt haben. Weiter stehen im Malort alle Materialien wie Pinsel, Papier und Farben zur Verfügung.

Weitere Auskünfte erteilt Frau Renate Brandstätter im „Malort Lipizzanerheimat“, Hauptplatz 36/2.Stock (Tel.: 0676/6060609) in Voitsberg.

 

Text und Fotos: Walter Ninaus

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